Das Ding mit der Hoffnung

Man sagt ja immer, man soll doch stets hoffnungsvoll an alles herangehen und sein ganzes Engagement aufbringen. Das klingt erstmal sehr vernünftig und produktiv, scheitert aber leider in vielen Fällen an der Realität.

Ich für meinen Teil muss zugeben, ein sehr hoffnungsloser Mensch zu sein. Das mag vielleicht falsch sein, kommt aber nicht von ungefähr. Ich neige allgemein zum Pessimismus und so kam mir in den letzten Monaten immer öfter der Gedanke, dass Hoffnung verschwendete Energie sei und sich eh nie lohne. Ebenso Realist wie ich bin, konnte ich diese Behauptung natürlich nicht einfach so stehen lassen und ließ mir ein halbes Jahr Zeit, um herauszufinden, ob das stimmen könnte.

Spoiler: Tut es. Traurigerweise.

Wann immer ich in den letzten 6 Jahren meines Lebens (an alles davor erinnere ich mich überhaupt nicht mehr) wirklich Hoffnung in etwas steckte, stellte sich dies als grobe Enttäuschung heraus. Und nur in der Hälfte der Fälle, in der ich mich engagierte, führte dies zum Erfolg. Nun gut, das ist eigentlich eine zu erwartende Bilanz aber ersteres machte mich stutzig.

Als Gegenprobe ging ich alle Dinge durch, bin denen ich im Nachhinein sehr oder zumindest etwas zufrieden bin. Und tatsächlich habe ich auf nichts davon hingearbeitet oder gehofft!

Das Schlimme an Hoffnungslosigkeit ist, wenn sie tatsächlich faktisch begründet zu sein scheint. Was soll mir dann das Gegenteil beweisen? Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen! Wieso habe ich denn auf diese Dinge nicht gehofft?

Ungefähr die Hälfte kam tatsächlich Schlag auf Schlag oder grundsätzlich sehr spontan und überraschend. Auch noch eine normale Bilanz. Ab jetzt wird der Text wohl etwas kantiger, weil ich während des Schreibens erst mir diese Frage stelle. Ich hatte erst die Vermutung, es könnten zu hoch gesteckte Ziele sein, doch das waren sie nicht. Ganz im Gegenteil, es sind sogar relativ unspektakuläre. Und ich denke, genau dort liegt der Knackpunkt! Denn die Dinge, die mich enttäuscht haben, waren eben sehr hohe Ziele! Ich scheine also eine Grenze zu haben, ab der mir Dinge oder Umstände es erst wert sind, auf sie zu hoffen! Was mich nicht sehr weit bringt, scheint für mich zu unwichtig zu sein, das hat kein Streben verdient. Eine sehr faszinierende und höchst problematische Eigenschaft…

Doch trotz allem Interpretierens gibt es einen Haken an der Sache: Vor etwa zwei Monaten bewarb ich mich unter anderem bei einem Buchhandel für einen Job und bekam die Auskunft, dass zwei Leute sich vor mir in der Warteschlange für diesen Platz befänden und dass man aber auf mich zurück käme, fielen diese beiden weg. Hohes Ziel? Check. Geringe Chance? Double Check. Nun bekam ich einen Anruf und, nun ja, beide fielen aus, ich würde gebraucht.

Dass „Haken“ ein arg negatives Wort für eine so glückliche Fügung ist, ist mir klar. Vielmehr ist es ein Lichtblick. Jetzt habe ich nur noch zu lernen, die kleinen Dinge im Leben wert zu schätzen!

Wie war das mit leichten Zielen…?

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